wenn ein junge sagt

 

 

Werbepause

Gedanken zwischen Windeln und Weiblichkeit.

 

"Man hast du's gut, du musst nicht arbeiten und kannst endlich machen waste willst.“ Solche und ähnliche Sprüche höre ich viele. Und ja, es stimmt. Mit dem pünktlich einsetzenden Blasensprung endete vorerst mein schillerndes Leben in einer Werbeagentur. Kein Chef mehr, dem ein Zuhause völlig fremd ist, kein Kunde, der von vornherein alles besser weiß und keine Kollegen, deren Analyse ihrer Beziehungsdefizite mich nachts nicht schlafen lassen. Nein, ich hatte es wirklich gut erwischt. Mein Herz weiß das, nur mein Ego, das spielt da nicht mit. Das klebt an der Vergangenheit wie ein Hundehäufchen am Stiefel. Lässt sich nicht abschütteln und schafft es immer wieder mal, mich aus dem eh sehr wackeligen Konzept zu bringen. Vorzugsweise an den großen Reinemach-Tagen oder wenn an der linken Hand die übervolle Einkaufstüte zerrt und gleichzeitig im rechten Arm der Sohn nervös seine sieben Kilo hin und her schiebt. Ja, dann ist es wieder da, dieses Früher-war-alles-besser-Gefühl, streift mit voller Wucht meine Synapsen und ich zehre von der Erinnerung an den ach so schönen Arbeitsalltag. Dort wo Stresspickel zum guten Ton gehörten und eine 60-Stunden-Woche mit ausgiebiger Feierlust kompensiert wurde. Nicht zu vergessen das tägliche Reihum-auf-die-Schultern-Klopfen  und die vielen tiefgründigen Gespräche über Mode, Gästelisten und den besten Italiener der Stadt. [...]"

 

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